2018 Reise zum Enkelkind nach Mirabeau und dann weiter nach Nordspanien
Reise nach
Nordspanien vom 13.10.2018 – 25.10.2018
13.10.2018
Start in
Hannover und in ruhiger, gleichmäßiger Autobahnfahrt über Luxemburg (Tanken für
€1,25) weiter zu einem Table d’Hote in einem alten Haus (15. Jh) in der Nähe
von Epinal (48.208991N. 6.572438E). Abendessen mit dem Besitzer und dessen
Sohn. Der Besitzer hat gekocht. Als Vorspeise eine Tarte aus Blätterteig,
darauf Roquefort, frische Tomaten aus dem Garten und Thymian und Rosmarin,
frisch natürlich. Als Hauptspeise dann Ratatouille mit Pasta, dann Käse zur
Auswahl. Dazu einen leckeren Rose. Auf Obst oder Eis haben wir verzichtet.
14.10.2018
Frühstück
nach französischer Art, also OHNE Tassen, sondern mit Boule, keine Teller. Aber
dafür frisches, selbst gebackenes Brot, Schinken, selbst gemachte Marmeladen
und natürlich wieder Käse.
Dann durch
die westlichen Ausläufer der Vogesen auf leeren Straßen über die A36 Richtung
Süden. Im Rhônetal bläst ein kräftiger Südwind, dass selbst der schwere
Mercedes deutlich schwankt und die meisten auf der Autobahn die erlaubten
130km/h nicht fahren. Gegen 18:00 Ankunft bei Daggi, Sienna und Yannick.
15.10. und 16.10.2018
Schöne Tage mit Sienna, Daggi und Yannick in Mirabeau
17.10.2018
Irmi bringt
Sienna mit in die Krippe und wundert sich, wie problemlos das kleine Mädchen
dort bleibt. Bei Regen und verhangenem
Himmel geht es in Richtung Süden bis
Perpignan. Unterwegs hört der Regen auf, manchmal kommt sogar die Sonne
heraus. In Perpignan fahren wir auf der D117 parallel zu den Pyrenäen Richtung
Westen. Der Weg führt durch die
Weingegenden Val d’Agly und Maury. Neben uns eine Eisenbahnlinie, auf ihr fährt
der Train Rouge, ein Touristenzug auf zum Teil abenteuerlicher Strecke. Die
Dörfer, durch die wir fahren, sind erschreckend leer, alle Geschäfte vernagelt,
maximal eine Kneipe offen. Hier kann man wahrscheinlich ganze Straßenzüge wenn
nicht Dörfer kaufen. Auch Hotels oder Restaurants sind kaum vorhanden. In
Salies-du-Salat, lustiger Name, schmutziger Salat, gehen wir für 80km auf die
Autobahn, um sie kurz vor Lourdes wieder zu verlassen.
Im Hotel Esplanade Eden nahezu in Sichtweite
der Grotte haben wir ein Zimmer gebucht, keine schlechte Wahl. Einmal weil der
Kasten frisch renoviert ist und zum Anderen weil hier vielleicht der Heilige
Geist von Lourdes über uns kommt. Und sehr preiswert ist es auch noch, €65 samt
Frühstück und Parkplatz.
Das in
Tripadvisor ausgewählte einfache Restaurant mit französischer Küche erweist
sich als eine profane Pizzeria eher mäßiger Qualität, die trotzdem voller
Einheimischer ist. Wo bist Du geblieben, Du französische Landküche und
Lebensart? Unterwegs sind wir an einem Routiers Restaurant vorbei gefahren. So
wie es aussah, schon lange geschlossen, das berühmte Schild, die Scheibe mit
den blau-weiß-roten Ringen schon ganz verblasst. Das waren früher die Tempel der französischen
Landküche, die Parkplätze waren voll, insbesondere mit LKWs. Hier war das Essen
typisch für die Region, gut, reichlich, frisch zubereitet vom Wirt mit
regionalen Produkten und preiswert. Keine Speisekarte! Menu? Oui! Vin? Oui! C’était ca. Die
Wasserflasche kam ohnehin auf den Tisch.
18.10.2018
Nach einem
gar nicht so schlechten Frühstück marschieren wir zu Grotte. Vor der Grotte
wird eine Messe abgehalten, viele Teilnehmer sitzen in Rollstühlen. Wir halten
uns im Hintergrund, staunen, aus wie vielen Teilen der Erde hierher die
Menschen kommen. Wir entdecken die
Flagge Boliviens und die dazugehörigen, eindeutig indigenen Menschen. Inder in
ihrer typischen Kleidung, eigentlich alle Hautfarben dieser Erde sind
vertreten.
Irmi wäscht
sich mit dem heiligen Wasser, das aus vielen Hähnen fließt, das Gesicht. Ich
verzichte, ebenso auf das mögliche Bad im nahen Piscine.
Unser Weg
führt uns über den Col de Solour und dann über den Col d’Aubisque hinüber nach
Spanien. Straßen, wie es sie in den Alpen seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.
Schmal, kurvig, ohne Leitplanken, so macht Autofahren Spaß. Und mein dreißig
Jahre alter Benz scheint richtig Spaß daran zu haben.
Der Weg
führt vorbei an mehreren Stauseen, die alle erschreckend niedrigen Wasserstand
haben. In Jaca gönnen wir uns eine Pause
und essen in einer Bar eine Kleinigkeit. Tanken und Auto waschen und dann vorbei
am Stausee des Aragons, auch der hat einen um mindestens 15m! zu niedrigen
Pegel geht es nach Javier/Xavier, wo wir gegenüber der Burg ein altes, schönes
Hotel mit knarzenden Parkett beziehen.
Erst
besichtigen wir die bestens erhaltene Burg, in der das Leben des hier geborenen
heiligen Javier dargestellt wird. Er war mit Ignaz von Loyola der Begründer der
Jesuiten. Im Jesuitenkloster nebenan informiert eine Ausstellung über die
Arbeit der Jesuiten in Südamerika.
19.10.2018
Das Frühstück
sehr spanisch, insbesondere das Brot. Aber sonst alles in guter Qualität und
ausreichend vorhanden. Weiter geht es
durch eine Landschaft, die uns immer wieder an die Badlands in den USA
erinnert, graue, kahle Sandhänge, von der Erosion gezeichnet.
Wir
beschließen, Pamplona im Süden zum umfahren und erreichen so auf ruhigen
Straßen das Land, wo der Rioja wächst. Ist natürlich Quatsch, denn diese Traube
gibt es nicht. Das Word kommt von Rio Oja, einem Nebenfluss des Ebros. Als
Rebsorte wird immer Tempranillo als Basis verwendet, dazu gemischt werden
Garnache oder Mazuelo oder Graciano. Auch die weißen Rebsorten wie Viura,
Malvasi oder Garnache Blanca können im
Cuvee des roten Rioja eingebunden sein.
Zuerst
besuchen wir Logrono. In einem spanisch engen Parkhaus stellen wir unser Schiff
ab. Wir bummeln durch die Markthalle, die einst eine Kirche war, und essen dann
unglaublich gute und preiswerte Tappas in der berühmten Calle Laurel. Dann
besuchen wir das auf einer Hügelkuppe liegende Dorf La Guardia, sehr touristisch. Ein Zimmer nach
unseren Vorstellungen finden wir da nicht, aber ein Dorf weiter in Elciego in
der Bodega Valdelana, ein Glückgriff. Die Bodega ist seit dem 16. Jahrhundert
im Familienbesitz und heute eine der größten in Rioja. Trotzdem hat man nicht
abgehoben, in den Kellern konserviert und präsentiert man die Geschichte des
Weins und natürlich der Familie. Wie Wein gemacht wird, das wissen fast alle,
die nach Rioja kommen. Danach wird
verkostet und dann noch eine Flasche in
der Lobby der Bodega genossen. Die
Flasche Crianza kosten gerade mal €7,50. Wir schauen den vorbei fahrenden
Traktoren zu, die, Anhänger voll mit Reben, unablässig bis in die Dunkelheit zu
den Bodegas schleppen.
Natürlich
haben wir auch noch in der Bodega Marqués De Riscal das von Gehry gebaute Hotel
besichtigt. Es ist das Gegenteil der Bauhausphilosophie „Form Follows Function“,
aber sehenswert. Die Nacht hätte €650 gekostet, das war es uns dann doch nicht
wert…
20.10.18
Das
Frühstück ist sehr spanisch, getoastetes Weißbrot, dazu Tomatenmus, warmer
Karoffelkuchen und ein sehr süßer Kuchen, auf den Irmi auch noch Marmelade
schmiert.
Wieder
meiden wir die Autobahn auf dem Wege in die Berge, die Reben werden weniger, es
dominieren die abgeernteten Getreidefelder. An einem Weinfeld halte ich an, ich
möchte noch ein Bild einer Traube im bunten Laub schießen. Schwarze Erntehelfer
entdecken mich und protestieren lauthals, sie wollen nicht fotografiert werden.
Das will ich auch nicht und schieße mein Rebenbild. Auf dem Rückweg kommt mit
ein alter, ganz schwarzer Mann entgegen und bedeutet mir, ich könne
fotografieren. Ich lehne dankend ab auf Englisch. Offensichtlich sieht er, dass
ich kein Spanier bin und fragt mich, woher ich komme. Allemania y tu? Senegal! Todo lo mejor.
Schade, dass ich so wenig spanisch und französisch kann, es wäre sicher eine interessante
Unterhaltung geworden.
Auf einsamen
Straßen durch fast leere Dörfer fahren wir durch die traumhafte Landschaft der
Pics Europe bis hinauf auf 1300m und wieder hinunter auf fast Meereshöhe.
Hoffentlich bleibt diese Stück Erde noch lange so, wie es ist.
Den Plan, in
Bilbao zu übernachten, haben wir für das Wochenende aufgegeben, einfach
unbezahlbar, zumindest am Samstag. Unter €250 kein Zimmer. Also fahren wir in die
Berge und landen zuerst in Potes, wo wir eine sehr schöne Pause gemacht haben,
bevor wir in Cangas de Onis das spanische Leben genießen.
21.10.18
Unser Hotel,
das Sueno del Indiano in Soto de Cangas war einfach, aber alles bestens. Zum
sehr spanischen Frühstück gab wieder Toast mit Olivenöl und Tomatenmus, hier
schmeckt so etwas.
Wir fahren
hoch zu den Seen, müssen jedoch in Cavodonga in den Bus umsteigen, ab 9:00 am
Wochenende lassen sie keine Autos mehr hoch fahren, was wir sehr gut finden.
Oben angekommen, wandern wir bei bestem Wetter und ebensolcher Aussicht zu
beiden Seen und verschwinden dann gegen 13:00, nachdem immer mehr Busse voller
spanischer Touristen herauf kommen. Da wird es laut.
In Cangas de
Onis setzen wir uns in ein Kaffee, bevor wir über den Markt bummeln, der gerade
abgehalten wird. Die dort erhofften örtlichen Spezialitäten finden wir nicht, aber
viel Ramsch, also zurück in ein anderes
Kaffee zu ein paar Tapas.
Unser
nächstes Ziel ist das Dorf Bulnes, das einzige Dorf in Spanien, das per Straße
nicht erreichbar ist. Eine Standseilbahn, ein Funicular in einem Felsentunnel
wurde 2001 in Betrieb genommen. Für die Bewohner ein öffentliches
Verkehrsmittel samt Lastenaufzug, den Touristen knöpft man €22 ab. Eigentlich
hatten wir den gleichen Rummel wie in
Covadonga erwartet, jedoch weit gefehlt, kein Parkproblem und in dem Wagon mit
sicher mehr als einhundert Plätzen sind wir gerade mal zu sechs Erwachsenen und
zwei kleinen Kindern. Nach 8min und 400m höher erreichen wir das Dorf, in dem
die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Noch nicht einmal Internet oder
Mobilfunk gibt es.
Es liegt in
einem tief eingeschnittenem Tal mit riesigen Felswänden links und rechts,
erstaunlich, das da heute noch Menschen leben.
Wir gönnen
uns in einer der drei Dorfkneipen eine Flasche Cidre (€3) und fahren wieder
hinunter, zum Wandern bleibt keine Zeit, die letzte Bahn fährt um 18:00.
In weniger
als einer Stunde sind wir in unserm Hotel am Meer samt Zimmer mit Meerblick. Das
Hotel Hotel Ribadesella Playa ist eine wunderschöne, alte Villa, die zum Hotel
umgebaut wurde, ohne irgendwelche hässliche Betonanbauten.
Auf der
Promenade gönnen wir uns ein Bier, bevor wir uns ans Fenster setzen und mit
einer Flasche Rioja den Ausblick auf die Bucht genießen, wir nennen das National Geographic
TV.
Die Bucht
liegt von Ribadesella liegt vor uns, kein einziger Betonblock ist zu sehen, nur
alte Villen, die zu Hotels umgebaut wurden oder noch vom Eigentümer genutzt
werden. Reich gewordene Emigranten, die aus Südamerika zurück gekommen sind,
haben sie um die vorletzte Jahrhundertwende erbaut, meist in einem am
Jugendstil angelehnten Zuckerbäckerstil.
22.10.2018
Nach einem
guten Frühstück laufen wir am Fluss Sella entlang in die Altstadt. Auch am
Fluss gibt es wunderbare Sandstrände, daneben liegen Sportboote aller Größen.
In der Altstadt selbst ist wenig los, Spanien erwacht offensichtlich erst nach
10:00. Es ist nicht das Land der Frühaufsteher, zumindest nicht hier.
Wir brechen
auf, Tagesziel ist Bilbao. In Llanes, einem Hafenort mit gewaltigen
Schutzmauern vor den Winterstürmen hat man zusätzlich riesige Betonwürfel als
Wellenbrecher vor die Mauern „hingeworfen“. Diese hat ein Künstler bemalt, er
nennt sie „Cubos de la Memoria“. Mich erinnern sie allerdings an nichts. Der
Ort selbst ist hübsch, auf dem Marktplatz gönnen wir uns einen Kaffee. Wieder
wundern wir uns über die unglaublich niedrigen Priese hier, mit Trinkgeld
kosten die zwei Kaffee drei Euro.
Dann suchen
wir uns über z.T. abenteuerliche Feldwege den Weg zu den Bufanos de Santiuste. Das
sind Löcher im Fels, die ca. 15m, zum Teil unteririsch ins Festland reichen.
Die Wellen schwappen hinein und die komprimierte Luft entweicht fauchend.
Spektakulär wird es bei entsprechender Flut, dann schießen hohe Wasserfontänen
sozusagen aus dem Boden. Wir sind leider bei Ebbe und relativ ruhiger See da
und müssen uns mit dem Fauchen begnügen.
Santander
ist unser nächstes Ziel, hier wollen wir aber nur einen Blick auf die
Strandpromenade werfen, der sich auch
lohnt. Eine Großstadt, sehr sauber mit traumhaften Sandstrand. Angeblich wohnen
hier die zufriedensten Spanier. Wir können uns das gut vorstellen.
In Bilbao
liegt unser Hotel Artexte hoch über der Stadt. Wir beziehen das Zimmer und
begeben uns dann per Auto ins Zentrum. Der Autoverkehr ist enorm und alle
Parkplätze sind belegt. Die Parkplatzsuche dauert mehrere Karrees und ist
schließlich erfolgreich, am Straßenrand ist eine ausreichend große Lücke für
unser Schiff. Aber dann, der Parkautomat verlangt die Eingabe des Kennzeichens,
was uns nicht gelungen ist. Ausländer haben hier nicht zu parken, basta! In
einer Bar finden wir auch zwei Plätze, die Tapas sind ausgezeichnet. Und wieder wundern wir uns über die niedrigen
Preise. Nur das Bier kostet so viel wie bei uns. Aber wir hatten Durst und der
Wein liegt im Auto.
23.10.2018
Wir
beschließen, zu Fuß zum Guggenheim Museum zu gehen, es sind knapp 2km, nur den
Berg hinunter. Das die letzten 500m nur eine schmaler, extrem steiler
Trampelpfad sind, ahnten wir nicht, das müssen wir ohne Bergschuhe meistern.
Wir umrunden
das Museum einmal auf der Suche nach dem Eingang und um es von allen Seiten
gesehen zu haben. Die auf allen möglichen Instrumenten Melodien aus Carmen
spielenden Straßenmusikanten nerven.
Drinnen dann
staunen wir darüber, wie klein die eigentlichen Ausstellungsräume für Bilder
und Plastiken sind. Das gilt natürlich nicht für das riesige, begehbare
Gebilde aus Schiffsstahl namens „Matter
of Times“. Hier bewundere ich als Ingenieur mehr die Leistungen der Handwerker
als die des Künstlers
Ganz
ehrlich, ich kann mit dem dekonstruktivistischen Baustil wenig anfangen,
Bauhaus form follows function ist eher mein Stil.
Ein Taxi
bringt uns hoch zum Hotel und wir verlassen Bilbao Richtung Frankreich.
Direkt an
der Grenze ist eine Tankstelle, wo ich noch einmal den Tank mit preiswertem
Sprit fülle, nur wenige Liter passen hinein. Fast alle LKWs tanken hier auch,
es werden Tankrechnungen von €1500 neben und vor mir beglichen.
Irmi fährt
und ich suche ein Hotel in im Perigord, was nicht ganz einfach ist. Ich finde
eines mit einem sehr gut bewerteten Restaurant in Bergerac, das La Flambee.
So müssen
wir weiter und länger fahren als geplant, bis zur Garonne nehmen wir die
Autobahn, dann geht es auf schönen, aber schmalen und kurvigen Straßen Richtung
Bergerac. Es ist schon dunkel, als wir das Hotel erreichen. Doch dann der
Schock, es ist kein Zimmer reserviert und das Hotel ist ausgebucht. Was da bei
Booking.com passiert, bedarf der Klärung. Der Hotelier jedenfalls schnappt sich
das Telefon und besorgt uns ein Zimmer im Hotel de France.
Essen gehen
wir dann doch im Flambee, es ist ja mein Geburtstag. Als Aperitif ein Glas rosa Champagner, als amuse gueule gibt es
Rillette von der Gans. Als Hauptspeise hat Irmi Fisch an Trüffelsauce und ich
Perlhuhn. Dazu gibt es einen lokalen Weißwein, der zum Essen sehr gut passt,
aber sonst nicht unser Fall wäre, zu intensiv ähnlich Gewürztraminer. Der
Nachtisch: Tiramisu von Kastanien für mich und Crème Brulée für Irmi. Den
unbedingt notwendigen Digestif nehmen wir im Hotelzimmer in Form des spanischen
Tresters namens Oroju, den wir in Rioja erstanden haben.
Das ganze Essen
hat €80 gekostet, hier müssen wir wieder hin!
24.10.2018
Unser Tagsziel
ist Metz, weil ich dort eine Übernachtungsmöglichkeit auf einem alten
Frachtkahn gefunden habe. Bei bestem Wetter und leeren Autobahnen genießen wir
die Fahrt erst durch die Auvergne,
vorbei am Massif Central. Der Puy de Dôme gleitet rechts vorbei, einfach
traumhaft hier und uns ist klar, dieser Teil Europas muss mit mehr Zeit
erkundet werden.
Über Clermont –Ferrand geht es nach Dijon und von
dort bis Metz immer Richtung Norden.
Hinter Dijon
bewölkt sich der Himmel und ab Nancy fahren wir in einem feinen Nieselregen bis
Metz.
Wir finden
den Kahn, der mit weiteren Wohnschiffen nahe des Metzer Fußballklubs fest
verankert in einem Kanal liegt. Bei Regen ist der Charme deutlich geringer als
erhofft.
Das Auto
stellen wir auf dem Gelände des FC Metz ab, das wird nachts verschlossen. Zu
Fuß laufen wir ins Zentrum, es sind nur knapp 2km zwischen Kanal und Mosel,
sehr romantisch.
Das Lokal,
das wir uns ausgesucht haben, zählt wohl zu den In-Lokalen und ist gut besucht.
Man begrüßt uns mit Handschlag, die meisten anderen Gäste aber werden mit Bisous
begrüßt oder verabschiedet.
Zwei
Kellner, zwei Hilfskellner und eine sehr junge Dame, alle superschlank und slim
fit gekleidet, schwarz natürlich, laufen ständig durch das Lokal, wie wir
meine, ziemlich unkoordiniert. Das führt dazu, dass wir zwei Glas Wein bekommen
und anschließend eine halbe Flasche. Nun gut, wir gehen ja zu Fuß zurück. Wir
bestellen Kalbskopf mit Sauce Remoulade und der Oberkellner fragt noch einmal
nach, ob wir wissen, was wir da bestellen. In der Annahme, es handelt sich um
Kalbskopfsülze bleiben wir dabei. Weil es kalt und nass draußen ist, lassen wir
uns zu einer Gemüsesuppe überreden. Diese entpuppt sich als eine Blumenkohlcreme
mit viel Sahne, ordentlich schwer. Dann kommt der Kalbskopf. Was ein Reinfall,
es ist das Fleisch bevor es zur Sülze verarbeitet wird mit sehr viel Fett und
noch mehr Schwarte. Das Ganze liegt auf Salat, na ja. Geschmacklich nicht
schlecht aber….
Ständig
wuselt das Personal um uns herum, warum eigentlich, denn Wein schenkt keiner
nach. Das war gestern ganz anders. Da hat niemand gewuselt, zurückhaltende
Aufmerksamkeit und Freundlichkeit war deren Devise.
Der
angepeilte Nachtisch, karamellisierter Munsterkäse passt einfach nicht mehr in
uns hinein.
Danach
brauchen wir sofort einen Schnaps, ich entscheide, einen Marc de
Gewurztraminer. Der ist super. Danach sind wir fast €100 los, was für ein
Unterschied zu gestern.
25.10.2018
Das
Frühstück nehmen wir auf dem winzigen Tisch im Zimmer zu uns. Einen
Früstücksraum gibt es nicht, bei schönem Wetter frühstückt man an Deck.
Insgesamt gesehen ist die Lokation auch bei schönem Wetter keine €85 wert, so
habe ich das auch in der Beurteilung geschrieben.
Wir fahren nach
Luxemburg in den kleinen Ort Gostingen nahe der deutschen Grenze, dort schaue
ich mir ein Mercedes E320 Cabrio an. Der Verkäufer besitzt neben dem noch
eine 190SL in schwarz mit roten
Ledersitzen (Nitribits Auto) , einen viersitzigen Mercedes aus 1950, ebenfalls
ein Cabrio. Ich kann mich spontan nicht entscheiden, das Auto zu kaufen.
Nochmal Tanken in Luxemburg und dann über Köln auf den nun ungewohnt vollen und
stressigen Autobahnen nach Hannover.
Wir haben in
9 Hotels übernachtet, sind 5100km gefahren und haben 490ltr Benzin und 2,5ltr
Motoröl verbraucht. Mitbringen wollten wir 24 Flaschen Rioja, da gab es leider
Schwund unterwegs.
Und wir
waren nicht das letzte Mal in dieser Gegend!
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