27.09.2017 Edinburgh
27.09.2017
Wir marschieren nach einem ordentlichen Frühstück los und
erklimmen den höchsten Punkt von Edinburgh, Arthur’s Seat auf 250m Höhe. Der Ausblick
rundum ist wunderbar, allerdings zieht es dort oben, dass man sich bei Böen
kaum auf den Beinen halten kann. Deswegen halten wir uns nicht lange auf und
gehen hinab zum Palace of Holyroodhouse, Maria Stewart lebte hier, heute ist es
der aktive Sitz der Queen in Schottland. Eine Besichtigung lohnt sich, also
laufen wir durch die Räume, die alle im Originalzustand sind und deren
Einrichtung bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Wohlfühlatmosphäre kommt bei
mir nicht auf, aber Staunen trotzdem, besonders über die Kunst an den Wänden.
Da hängen Millionen Pfund herum, auf den ersten Blick völlig ungesichert.
Wir wandern weiter in Richtung Neustadt, die auch im 18.
Jahrhundert erbaut wurde. In einem Kaufhaus erstehen wir Zwischenstecker, denn
unsere Eurostecker passen nicht in die britischen Steckdosen, auch nicht mit
dem mitgebrachten Adapter. Ist das der vorausgenommene Brexit oder Zeichen
dafür, dass die sich eh nie in Europa wohl gefühlt hatten?
Auf der Southbridge, es ist eine Straße, die so heißt, besteigen
wir nach 5 Meilen (8km) Fußmarsch den Bus in Richtung unserem Quartier, mir
dampfen die Socken.
Das Bussystem hier ist gewöhnungsbedürftig. Einerseits
fahren die Busse in einer unglaublichen Dichte, mehr als 2min muss man nicht
warten. Andererseits gibt es keinerlei Infos zu den Haltestellen oder wo der
Bus gerade ist. Auch man muss das Geld abgezählt in einen Kasten werfen, der
Fahrer nimmt kein Geld und gibt auch nicht heraus, no change! Und dann hat es
nur eine Türe beim Fahrer, durch die erst aus- und dann eingestiegen wird. Das
alles mit britischer Gelassenheit und Freundlichkeit. Ja, freundlich sind die
Leute hier, auf den weniger begangenen Wegen wird gegrüßt. Und man geht auf den
Wanderwegen und den Treppen natürlich links, was sonst!
Im Old Bell Inn essen wir zu Abend, Irmi schottischen Lachs
mit Crevetten, ich Haggis. Wir beide sind sehr zufrieden, alles ist
ausgesprochen lecker, auch das Haggis. Die Sauce ist mit Whisky verfeinert und
es ist so gut gewürzt, dass ich ein zweites Bier brauche, Irmi natürlich auch. Der Malt oft the Month schließt einen schönen
Tag ab.
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