02.-03.10.2017 Die Westküste entlang nach Ullapoll, dann über Loch Ness nach Skye





2.10.2017

Die Westküste entlang nach Ullapool

Heute fährt Irmi und ich schaue zu. Es regnet zeitweise so stark, dass selbst die Schafe hinter Büschen und Mauern Schutz suchen und die Kühe im Rudel stehen, das Hinterteil dem Wind und damit dem Regen zugewandt.
In Tongue tanken wir und ich stelle fest, meine Regenjacke hängt noch im Hotelschrank. Also fahre nun ich die 30km schnellstmöglich zurück. Craig öffnet mir erstaunt, ich hatte schon Angst, keiner wäre da, wir waren die einzigen Gäste.

Dann besichtigen wir die Smoo Cave, eine riesige Höhle, in die in kleiner Bach als großer Wasserfall stürzt, bevor er ins Meer mündet. Den Gang zur Landspitze brechen wir ab, man kann sich kaum auf den Beinen halten, so bläst der Sturm. Um zu fotografieren, muss ich mich breitbeinig hinstellen.

Die Straße hinab nach Ullapool bietet atemberaubende Ausblicke, manchmal gerade wegen des Wetters, wenn Sonnenschein und Regen sich mischen. Mehr Sonne wäre allerdings schön gewesen.

In Ullapool gehen wir zur Touristeninformation, um ein Hotel zu finden. Die sind dabei so hilfreich wie ein Zahnstocher beim Po abputzen. Man empfiehlt dann das Royal und wir nehmen dort auch ein Zimmer, es ist sicher das schlechteste Preis/Leitungsverhältnis das wir bisher hatten. Beim abendlichen Spaziergang durch den Ort sehen wir noch viele, kleine, typisch britische Hotels, auf die wir nicht hingewiesen wurden. Per Internet war eine vernünftige Suche nicht möglich, denn das Internet hier, egal ob im Hotel, dem Pub, der Info oder das mobile Netz ist einfach unbrauchbar! Es gibt offensichtlich noch schlechtere Netze als die deutschen.

Meine freundliche Polizistin hat sich per Mail gemeldet, sie hat das Guesthouse besucht und denen offensichtlich einen mächtigen Schrecken eingejagt, denn sie haben zugesagt, keinerlei Kosten geltend machen zu wollen. Ich bedanke mich bei ihr und versichere, sie auf dem Laufenden zu halten.

 


3.10.2017

Noch einen Nachtrag zu gestern, wir waren noch in der Bar. Als der Keeper zur Last Order kam, jawohl, die gibt es offensichtlich noch, bestelle ich einen Single Malt  namens Smokehead von der Insel Islay, wo auch mein bisheriger Liebling Laphoraig herkommt.  Der Keeper ist begeistert, macht zu unserem Erstaunen sein Hemd auf und zeigt uns sein Smokehead-Tattoo, es ist auch sein Lieblingswhisky.  Muss man sich deswegen ein handtellergroßes Tattoo stechen lassen?

Beim Bezahlen beschwere ich mich höflich, aber bestimmt über das Zimmer, der Klodeckel ist nämlich abgefallen und bei der Gelegenheit habe ich noch paar mehr weniger schöne Dinge entdeckt und fotografiert. Ich halte der Dame das Handy unter die Nase, sie gibt uns £30 Discount, nicht schlecht.

Leider ist das Wetter wieder nicht so, wie wir es uns erhofft hatten, an offenem Fahren ist nicht zu denken. Über ein karges, aber interessantes Hochland geht es in Richtung Loch Ness.
Dort angekommen, informieren wir uns im Loch Ness Center über das Loch und natürlich Nessie. Eine äußerst informative Ausstellung informiert knapp, aber präzise.  Der Hype um Nessie hat zu umfangreichen und wertvollen Untersuchungen zu Loch Ness geführt und zu der Erkenntnis, aus wissenschaftlicher Sicht kann es Nessie nicht geben. Wer hätte das gedacht.

Am Ende (oder Anfang?) von Loch Ness besichtigen wir die Schleusen des Caledonian Canal, der bereits 1803 begonnen wurde und 1822 fertig gestellt wurde. Auf ihn kann man vom  Atlantik in die Nordsee.

Loch Ness selber ist ein riesiger Touristenhype, sonst nichts. Von der stark befahrenen Uferstraße aus hat mein keine Sicht auf das Loch, noch nicht einmal an den wenigen Parkplätzen hat man die Bäume und Büsche so gestutzt, dass man Sicht hat.

Wir erreichen Skye bei leichtem Regen und finden auch das B&B, das im Führer beschrieben ist. Wir buchen 2 Nächte zu je £105, Schottland ist nicht billig. Nachdem wir im nahen Hotel zum Essen waren, klingt der Tag vor dem brennenden Kamin aus. Die Hauskatze war zuerst auf Irmis Schoß, dann hat sie sich neben mir auf der Couch eingerollt und schnurrt vor sich hin.

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