06.10.2017 Islay, die Whiskyinsel
06.10.2017
Die Fähre bringt uns in 2 Stunden nach Port Ellen an der
Südspitze der Insel. Dort liegen wie
Perlen an der Schnur drei Distilleries, Laphoraig, Lagavulin und am Ende Ardberg.
Alle drei besuchen wir, zuerst natürlich Laphoraig, mein bisheriger Liebling.
Zuerst probiere ich den „normalen“ und dann den Quarter Cask, der in kleinen
Eichenfässern nachgereift ist, ein Gedicht. Ihn und eine Mütze im Karo von
Laphoraig nehme ich mit. Lagavulin besichtigen wir nur von außen, Ardberg soll
besser sein als Laphoraig, mal sehen. Innen geht es zu wie im Hofbräuhaus, es
wird gegessen und Bier getrunken und natürlich Whisky. Ich bestelle eine
Testserie (15 Pfund). Man versichert mir, es sei nur ganz wenig in den Gläsern.
Was kam, waren fünf fast normal gefüllte (4cl) Gläser. Ich bin beim Anblick
schon besoffen. Irmi schaut amüsiert zu, sie mag diese Art von torfigen (peaty)
Whisky nicht, ist also ab sofort der Fahrer.
Ich habe sie alle probiert mit winzigen Schlucken und entschieden, ich
bleibe bei Laphoraig.
Ich bekomme kleine Flaschen, in die ich die Gläser umfülle.
Ich weiß jetzt zwar nicht mehr, was was ist, macht aber nichts, da ich ohnehin
nicht kaufen will. Leicht angedudelt
sitze ich neben Irmi, die uns nun durch die Torflandschaft zu nächsten Destille,
Bruichladdich fährt. Hier serviert man mir einen 64% starken Whisky direkt aus
dem Fass, in französischen Rotweinfässern endgereift, nicht mein Fall. Ich kann
jetzt keinen Whisky mehr sehen, riechen und schmecken. Keine weitere Destille
mehr, obwohl noch fünf zu besuchen wären.
Über schmale Sträßchen fahren wir Richtung Port Askaig, hier
legt die Fähre nach Jura, der wilden Nachbarinsel, ab. Unterwegs müssen wir
Kühe, die ihre Kälber tränken, regelrecht vom Weg drängen, sie betrachten
diesen als ihr Revier und so sieht der auch aus.
Von Port Askaig aus geht es zurück nach Port Ellen, es fängt
an zu nieseln.
Auf der Fähre essen wir zu Abend, ein brauchbares Curry zum
moderaten Preis und trinken Bier dazu, auch zu moderatem Preis. An
vergleichbaren Orten in Deutschland wäre das alles viel teurer, aber das ist
nur ein schwacher Trost angesichts der exorbitanten Übernachtungspreise, auch
unser B&B (Seruan House) heute will 80 Pfund, also €90. In Tarbert lade ich
bei starkem Nieselregen das Auto aus und wir schleppen das Gepäck in den 2.
Stock unseres B&B, das sehr gemütlich ist. Die Wiskyfläschchen werden
geleert, eines davon hat sich schon in Irmis Rucksack ergossen. Der und der
Geldbeutel riechen nun geraume Zeit nach besten Islay Whisky, very peaty.
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