29.09.2017 Aus den Highlands durch die Speyside



29.09.2017

Wir packen unser Gepäck bei Regen ins Auto, was insofern ein Problem ist, weil wir dazu das Dach öffnen müssen oder das Windschott ausbauen, aber auch dazu muss das Dach aufgeklappt werden. Wie auch immer, wir fahren los, ohne Frühstück. Das war schon eine teure Übernachtung, für €80 kein Frühstück, keine Handtücher und die Betten noch selber abziehen. Aber an dieser königlichen Stelle scheint das kein Problem zu sein.

Wir fahren in Richtung Norden durch die Highlands. Unterwegs Frühstücken wir, Irmi bestellt Linsensuppe und Kaffee, kein weiterer Kommentar! 

Eine Gruppe Männer mit vielen Hunden geht zur Treibjagd bei leichtem Nieselregen, natürlich trägt man Barbour-Jacken und Krawatte, nicht Goretex und Fleece. Nur bei den Geländewagen zeigt sich die beginnende Überfremdung, nur noch ein Landy steht da, sonst deutsche, japanische, koreanische und amerikanisches SUVs.

 An einem Kunstwerk, ein großer Stein mit vielsagenden Inschriften, daneben drei „Strandkörbe“ aus Stahl  bleiben wir stehen, genießen die Aussicht und machen das Verdeck auf, obwohl es gerade mal 11°C hat. Auf dem Weg zur Distillery verfahren wir uns, was dazu führt, dass wir auf einer ganz engen Straße fahren müssen, auf der Fasane und eine Art Rebhühner in Unmengen vor uns herlaufen und uns zu Schrittgeschwindigkeit zwingen. Ich lasse den Motor aufheulen und siehe da, die können doch fliegen!

Wir erreichen die Straße nach Glenvilet, wo auch die gleichnamige Distillery ist, aber ein großes, rotes Schild verkündet „Road closed ahead“. Nicht mit uns, wir fahren weiter. An einem zweiten Schild bleiben wir stehen und Irmi erkundet zu Fuß mit dem Ergebnis, wir fahren weiter. Doch dann ist die Road really clossed! Ein Bagger und ein LKW stehen auf der Straße. Die Bauarbeiter haben ein Herz für uns, der LKW fährt weg und wir können uns vorbei quetschen.

Der Glenvilet-Whisky ist nach Irmis Geschmack, weich, mild, kein Rauch, kein Torf, also nichts für mich. Trotzdem ist die Besichtigung interessant, insbesondere die Mengenangaben. Man erzeugt über 10 Millionen Liter pro Jahr an diesem Standort. Ein wenig handwerklicher habe ich mir die Produktion von Single Malt nun doch vorgestellt. Ansonsten eine interessante Besichtigung mit anschließender Verköstigung von drei! Whiskysorten, die erste direkt aus dem Fass mit über 60% Alkoholgehalt, und das für €10.

Im Kincraig Castle Hotel nördlich von Invergordon werden wir übernachten. Es sieht schon von außen so aus wie es heißt. Innen hat es den morbiden Scharm alter Hotels. Knarzende Böden mit leicht abgeschabten Teppichböden darüber, tiefe, durchgesessene Ledermöbel in der Lounge und ein unglaublich freundliches Personal. In der Bar essen wir sehr guten Fish and Chips, trinken Bier dazu und zum Abschluss je einen Whisky, man hat über einhundert Sorten zur Auswahl. 

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