30.09.2017 Orkney und eine böse Überraschung



30.09.2017

Wieder lacht die Sonne vom Himmel bei frischen 13°C. Das Frühstück war perfekt, Irmi hatte sich Rührei mit Lachs bestellt, ich pochierte Eier mit Lachs und Sauce hollandaise, dazu Toast, Müsli, hausgemachtes Jam, Marmelade, also Orangenmarmelade, Joghurt und Fruchtsalat. Nur der Kaffee war unter dem Niveau, wir hätten besser Tee gewählt.

Dann geht es offen weiter nach Norden Richtung Gills Bay, von dort geht die Fähre auf die Orkneys. Wir fahren die Küste entlang und sehen am Horizont die Bohrinseln und Windparks. Die Idee, an einem der wunderbaren Sandstrände zu baden, verwerfen wir, weil wir keinen geeigneten Zugang finden….

Unterwegs statten wir der Distillery Pulteney einen Besuch ab. Diese kleine Distillery produziert einen sehr guten Whisky, leider auch sehr teuer.

An der Fähre angekommen, fährt gerade das letzte Auto auf diese, sie ist voll und wir müssen bis 18:30 warten.

Die Wartezeit verbringen wir mit erfolgreicher Quartiersuche auf der Insel und Besuchen bei Duncansby Head, einem Lighthouse, und Dunnet Head, dem nördlichsten Punkt des schottischen Festlandes. Im Frühjahr soll man hier Orcas bei der Jagd beobachten können, das haben wir ja leider nicht erlebt in Kanada und Südamerika.

Die Überfahrt dauert eine Stunde bei unruhiger See, eine lange Dünung bewegt das Schiff längs und quer. Ich war auf dem Oberdeck, da stand ein Paar mit seinem Hund, in dessen Gesicht war sein Leiden deutlich zu sehen.

Das gebuchte Gästehaus liegt völlig im Dunklen, uns schwant nicht Gutes. Auf Klingeln und Klopfen gibt es keine Reaktion. Dann drücke ich den Griff, die Türe geht auf. Mit der Handytaschenlampe leuchten wir in den dunklen Flur, nur ein verängstigter Hund liegt da, der keinen Mucks von sich gibt. Wir klopfen an diverse Türen, rufen, keine Reaktion. Dann sehe ich Licht unter einer Türe und öffne diese. Es stinkt nach Zigarettenrauch, eine telefonierende Frau sieht uns erstaunt an. Sie legt ihr Telefon weg und sagt „Out, this is private“. „We have an reservation“, antworte ich. Das interessiert sie nicht, sie redet nicht mehr, steht nur da und schaut eigenartig. Irgendetwas stimmt mit der nicht, also  gehen wir wieder.

Im ersten Hotel, das wir finden, gibt es tatsächlich noch ein freies Zimmer und im Restaurant einen Platz, es ist Samstag, meint der Wirt. Der ist Fan von Borussia Mönchengladbach und von Celtic Glasgow. Er gönnt sich einmal im Jahr eine Reise zu einem Spiel in Europa. Als er bei der Borussia war, ist man anschließend an die Ahr zur Weinprobe gefahren. Nächstes Jahr will er nach Lyon und anschließend auf Weintour. Da er Flugangst hat, macht er alle Reisen mit der Fähre und anschließend mit dem Zug!

Zum Abschluss des Tags trinke ich einen Whisky hier von der Insel, in den Vitrinen stehen über 400 Sorten zu Auswahl, der teuerste für 95£ das Glas.

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